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SPIELE

Viele Jahresfeste der Götter wurden zusammen mit Festspielen begangen. Seit der Königszeit wurden in Rom viele öffentliche und kultische Spiele begründet. Ihre Durchführung oblag dem Staat, den Magistraten und später auch dem Kaiser.

1. ludi circenses:  Wagenrennen, Pferderennen, Ringkämpfe.

a) ludi magni, später Romani:   zu Ehren des  Iupiter  Optimus  Maximus, waren die ältesten und fanden seit 366 v. Chr. im Circus  Maximus statt  und  dauerten zuerst  4 Tage, in augusteischer Zeit 16 Tage, vom 4. bis 19. September.

b) ludi plebei, sie wurden durch die plebejischen Ädilen durchgeführt und fanden seit 220 v.Chr. im Circus Flaminius am 15. November statt, später vom 4. Bis zum 17. November-

2. ludi scaenici: Im Jahre 364 v.Chr. herrschte in Rom eine Epidemie, um den Zorn der Götter zu besänftigen veranstaltete man die ersten szenischen Spiele; bis dahin gab es nur Circusspiele. 240 v.Chr. ließ Livius Andronicus ein Theaterstück griechischen Typs aufführen. Von da an hatten sie einen wichtigen Platz in den Ludi Romani, Plebeii, Ceriales (Mitte April), Florales (Ende April), Apollinares (1.Julihälfte), Megalenses (Anfang April).

3. munera gladiatoria (Gladiatorenkämpfe): [lat. gladius: Schwert] hatten ihren Ursprung in den Leichenspielen der Etrusker, die Gladiatorenkämpfe als Ersatz für frühere Menschenopfer eingeführt hatten und wurden erstmals 264 v. Chr. in Rom veranstaltet. Aus den Leichenspielen entwickelten sich öffentliche Schaustellungen, mit denen oft um die Gunst des Volkes geworben wurde. Die Gladiatoren (berufsmäßige Gladiatoren, Kriegsgefangene, Verbrecher, Christen) kämpften in unterschiedlicher Bewaffnung (Schwert und Schild, Netz und Dreizack) auf Leben und Tod gegeneinander oder gegen wilde Tiere; Schiedsrichter trieben sie mit Peitschenhieben an. Wenn ein Gladiator schwer verletzt und kampfunfähig war, entschied der Beamte, der die Spiele leitete, durch Zeichen mit dem Daumen, ob der Verletzte am Leben bleiben oder ob er getötet werden sollte. Die Prunk- und Genusssucht artete in der Kaiserzeit in die amphitheatralischen Spiele aus: Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen (venationes) und Naumachien (=Seeschlachten im Wasserbecken der Arena oder in natürlichen Seen). Erst  zu Beginn des 5. Jhdts. wurden die Gladiatorenspiele von christlichen Kaisern abgeschafft (vgl. die grausamen Stierkämpfe im heutigen Spanien !)

4. ludi saeculares, römisches Fest, das ein Jahrhundert (saeculum) abschließt. Als Sühnefest mit nächtlichen Opfern für die Mächte der Unterwelt zum ersten Mal 249 und 146 v. gefeiert, später unter Augustus (17 v.Chr. Horaz, carmen saeculare).

 


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